Für fast alle junge Frauen in Deutschland ist es eine Selbstverständlichkeit, dass sie ihren Freund beziehungsweise Partner nur dann heiraten, wenn sie sich sicher sind, ihn wirklich zu lieben. Ebenso steht für die allermeisten von ihnen fest, dass sie ihre Entscheidung im Endeffekt unabhängig von dem Wunsch ihrer Eltern treffen.

Tausende Mädchen, die zwar in Deutschland leben und dort aufgewachsen sind, deren Eltern jedoch aus Ländern wie der Türkei, Sri Lanka, Marokko oder Iran stammen, können ihrer Hochzeit allerdings nicht so befreit und glücklich entgegen sehen. Sie werden zwangsweise verheiratet – meistens mit Männern, die sie nicht lieben , manchmal sogar überhaupt nicht kennen. Sträuben sie sich gegen die von den Eltern verabredete Zwangsheirat, müssen sie nicht selten um ihr Leben fürchten . So wurden zwischen 1996 und 2005 nach Angaben des Bundeskriminalamtes 48 Menschen (die meisten von ihnen Frauen aus Migrantenfamilien) Opfer von "Ehrenmorden" .
Um diesen schrecklichen Bräuchen entgegen zu wirken, die für die betroffenen jungen Frauen häufig ein lebenslanges Unglück bedeuten, wurde in Nordrhein-Westfalen im Sommer eine Online-Beratungsstelle zum Schutz vor Zwangsheiraten gegründet. Des weiteren soll in der nahen Zukunft die Aufklärung in den Schulen verbessert werden, da eine Beratungsstelle lediglich dann Sinn macht, wenn Hilfesuchende auch von ihr erfahren. Bereits 43 Mädchen, aber auch 3 jungen Männern, konnten die Expertinnen des Projektes bereits helfen.
Ein gutes und lohnenswertes Projekt, das meines Erachtens unbedingt bekannt gemacht werden muss.
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