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Trotzphase bei Kindern

abgelegt im Archiv Erziehung am 02.06.10

Trotzphase bei Kindern
© Dan..
Kennen Sie das, ihr Kind wirfst sich auf den Boden und schreit, ist bockig, sagt scheinbar zu allem nein und kriegt richtig kleine Wutanfälle. Tja, dann ist Ihr Kind wohl in der bekannten Trotzphase. Ungefähr ab dem zweiten Lebensjahr beginnt diese Trotzphase und unsere Kinder versuchen sich ein wenig von den Eltern zulösen und beginnen sich als selbstständige Person zu sehen. Sie merken, dass sie mit ihrem Verhalten Dinge verändern können und wollen gewisse Dinge selbständig machen oder einmal alleine entscheiden. Das ist eine sehr positive Entwicklung und deshalb sollte man diese Phase auch besser Autonomiephase nennen.

Nun fragen sich viele Eltern sicherlich, was daran positiv sein soll, dass die Kids so bockig und schwer umgänglich sind. Vielleicht müssen wir aber nur für die Gründe dieses Trotzes suchen, um das Kind besser verstehen zu können, um dann auch besser mit solchen Situationen umgehen zu können. Versetzen Sie sich doch mal in die Rolle ihres Kindes. Stellen Sie sich vor, dass sie gerne gewisse Dinge ausprobieren wollen oder einmal selbst entscheiden möchten, was sie zum Beispiel heute anziehen wollen. Und dann kommt ihre Mutter, versucht ihnen einen von ihr ausgesuchten Pulli überzustreifen. Sie als Erwachsener würden sich jetzt erklären und sagen, dass sie gerne etwas mehr Selbstständigkeit hätten und fragen, ob sie vielleicht einen anderen Pulli anziehen dürfen, den sie sich aussuchen. Doch genau zu dieser Kommunikation und Selbsteinschätzung sind unsere Jüngsten noch nicht fähig. Sie ärgern sich einfach in diesem Moment, weil sie nicht gefragt werden und lassen ihren Unmut raus. Dann wird sich auf den Boden geworfen, laut "NEIN!" gebrüllt oder eben laut geschrieen und geweint.

Und die meisten Eltern reagieren dann auch leider nicht mit Verständnis, indem sie einfach mal fragen: "Wie fühlst Du Dich gerade?" - "Was möchtest Du? Sollen wir es anders machen?". Nein, wir Eltern sind genervt und meckern das Kind an. "Jetzt stell Dich nicht so an!" - "Willst Du uns ärgern?" - "Ich zähle jetzt bis drei und wenn Du dann nicht...!".

Die Autonomie- bzw. Trotzphase ist wichtiger Prozess, es ist nichts anderes als eine erste Abnabelung. Und deshalb sollten wir Eltern auch Verständnis haben und den Kindern helfen, wenn in ihre Wut und Verzweiflung ausbrechen, weil sie sich noch nicht richtig ausdrücken können. Helfen Sie ihrem Kind seine Gefühle und Wünsche zu benennen und begegnen sie der Wut über die eigene Ohnmacht der Kleinen mit Liebe und Verständnis. Manchmal kann ein in den Arm nehmen mit ein paar verständnisvollen Worten mehr bewirken als eine Drohung!



Permalink: Trotzphase bei Kindern

Tags: Trotzphase,  Autonomiephase,  bockig,  Wutanfall  Kinder 

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