Pläne gegen Gewalt an Berliner Schulen
abgelegt im Archiv Schule und Bildung am 25.06.07
Nach einer Serie verschiedener Übergriffe von Schülern auf Lehrer in Berlin wollen Politiker, Gewerkschaftler und Pädagogen nun vermehrt gegen Gewalt an Schulen vorgehen.
Während Ludwig eckinger, Bundesvorsitzender des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE), erklärte, dass Kollegen die vermehrten Gewaltangriffe auf ihre Person nicht mehr verschweigen und damit die Angst vor einem Autoritätsverlust überwinden würden, forderte die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) konkret mehr Lehrpersonal gegen Gewalt an Schulen. Die Landeskommission Berlin gegen Gewalt rief die Schulen auf, vermehrt mit der Polizei zu kooperieren, während die FDP-Fraktion mit dem eher gewöhnungsbedürftigen Vorschlag mitmischte, eine Hauptschule zu bilden, an der ausschließlich gewalttätige Jugendliche unterrichtet werden.
Ludwig Eckinger betonte, dass Präventiv- und Sicherheitskonzepte in Zusammenarbeit mit der Polizei fester Bestandteil einer jeden Schulentwicklung sein müssten, da Gewalt in verbaler, körperlicher und virtueller Form gegen Lehrer alle Schularten und nicht nur die Hauptschule betreffe. Auch hat der VBE-Bundesvorsitzende den Blick auf der wachsenden Gewalt gegen Lehrer im Internet und fordert diesbezüglich nicht nur einen «Internet-Knigge» für die netzbetreiber, sondern auch konsequente juristische Verfolgung von Lehrermobbing in Netz.
Ulrich Thöne von der GEW möchte die Gewalt-, Mobbing- oder Drohungsprobleme an Schulen mit "mehr Bildung, Wertschätzung, Förderung, Freundlichkeit und Offenheit" in den Griff bekommen. Konkret müssten hierzu mehr Pädagogen und Schulpsychologen eingestellt sowie eine bessere Zusammenarbeit zwischen Lehrern, Eltern und Schülern gefördert werden.
Thomas Härtel, Vorsitzender der Landeskommission gegen Gewalt, forderte die Schulen zur vermehrten Schließung von Kooperationsverträgen mit der Polizei auf. Es gäbe bei der Polizei Präventionsbeauftragte, die in Schulen Kurse anböten, in denen Lehrer lernen würden, Konfliktsituationen richtig einzuschätzen und dann angemessen zu reagieren.
Die Gewaltfälle an Berliner Schulen rissen derweil nicht ab. Am Dienstag wurde ein Zehnjähriger an einer Grundschule in Mitte von mehreren Mitschülern auf dem Schulhof verprügelt und dabei mit einem Handy gefilmt. An einer Neuköllner Schule wurde ein 15 Jahre alter Jugendlicher von zwei schulfremden Jugendlichen bedroht, damit er nach einem Angriff durch einen 13-Jährigen in der vergangenen Woche keine Anzeige erstattet.

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Wong
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