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Schule und Bildung
von Ina Michaelis am 08.02.07

Bei einem Vortrag in Fulda im vergangenen Monat sagte er, dass es für Kinder besonders wichtig sei, möglichst viele unterschiedliche Erfahrungen zu machen. Ebenfalls, so betonte der Wissenschaftler, hätten Eltern, Lehrer und Erzieher einen entscheidenden Einfluss darauf, welche Verschaltungen zwischen den milliarden Nervenzellen besonders gut und welche gar nicht entwickelt werden.
Um die Neugier und Gestaltungskraft bei ihnen wachsen zu lassen, bräuchten Kinder einerseits Sicherheit und Orientierung gebende Liebe und Zuwendung, andererseits jedoch auch stetig neue Herausforderungen, an denen sie wachsen und stark werden könnten, so Hüther. Die Aufgaben dürften allerdings weder zu groß, noch zu klein sein, da sie sonst zu Frustration oder zu Angst führen würden, erklärte der Hirnforscher. 40 Prozent der Kinder in Deutschland Gingen mit Angst zur Schule. Furcht vor dem Schulbesuch führe aber zu Lähmung im Kopf und noch mehr Angst.
Als Ausweg aus diesem Teufelskreis, so schlug Hüther vor, solle man dem Kind zeigen, dass es etwas kann und dass, wenn nötig, Hilfe da sei. Wichtig sei auch das Grundvertrauen, dass wieder alles gut werde. Dieses, so unterstrich der Wissenschaftler, könnte durch das Vorlesen von Märchen (in denen oft große Probleme bewältigt werden, die jedoch immer zu einem Happy End führen) gestärkt werden.
Hüther kritisierte, dass sich heute nur die wenigsten Kinder in ihren Lernanstrengungen von ihrem Lehrer unterstützt fühlen. Dabei seien in Schulen ohne Angst viel größere Leistungen möglich. Eine Veränderung, so regte er an, müssten die Eltern durchsetzen.
Meines Erachtens hat Herr Professor Hüther eine schöne, jedoch nicht neue These formuliert. Er hat diese auch mit Ergebnissen vermutlich repräsentativer Umfragen unterlegt - seine Sicht ist jedoch die eines Wissenschaftlers.
Und so lässt sein theoretischer Vortrag die Frage nach der konkreten Lösung der aufgezeigten Probleme offen.
Ich persönlich denke jedenfalls nicht, dass man Schulangst allein durch das Vorlesen von Märchen beheben kann und ich finde auch nicht, dass die Kunst darin besteht, in der Theorie Dinge wie: "Die Aufgaben dürfen weder zu schwer, noch zu einfach sein", zu sagen, sondern darin, diese Probleme in der Praxis zu lösen.
Ebenfalls sollte das Streben nach Veränderung meiner Meinung nach nicht allein den Eltern aufgedrängt, sondern als Prozess der Zusammenarbeit zwischen ihnen und der Schule aufgefasst werden.
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Wong
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