Modernisierungsvorschlag für Jugendgefängnisse
abgelegt im Archiv Verschiedenes am 25.06.07
Momentan sitzen etwa 280 jugendliche Strafgefangene und 50 junge Untersuchungshäftlinge in Thüringer Gefängnissen ein. Um die Chancen zur Resozialisierung dieser jungen Leute zu verbessern, will die Thüringer Landesregierung den Jugendstrafvollzug modernisieren. Justizminister Harald Schliemann (CDU) legte dem Landtag am Donnerstag daher den Entwurf für ein neues Jugendstrafvollzugsgesetz vor, welcher nun in den Landtagsausschüssen weiter beraten werden soll.
Nach dem Gesetzesentwurf soll jeder junge Häftling innerhalb einer Wohngruppe künftig eine eigene Zelle bewohnen und zur Vermeidung bzw. Verringerung von Neid solle es nur noch einheitliche Häftlingskleidung anstatt individueller Freizeitkleidung geben. Des weiteren soll die Besuchszeit von derzeit einer Stunde auf vier Stunden pro Monat erhöht und den Straftätern nach der Entlassung ein betreuer zur Seite gestellt werden, wenn die Familie nicht für eine geordnete Rückkehr in die Freiheit sorgen könne.
Die Verbesserungen im Jugendstrafvollzug wurden von den Oppositionsfraktionen von SPD und Linkspartei begrüßt und zugleich um weitergehende Regelungen angeregt. Der SPD-Abgeordnete Uwe Höhn gab an, sich einen noch "offeneren und moderneren Gesetzentwurf" gewünscht zu haben, da die derzeitige Situation in Thüringens Jugendgefängnissen zwar "sicher nicht ungesetzlich, aber unhaltbar" sei.
André Blechschmidt (Links-Fraktion) befürwortete besonders die Einzelunterbringung der Straftäter, bei denen es auch keine Ausnahmen mehr geben dürfe.

Tags: Gefängnis Jugendgefängnis Jugendlicher+Straftäter Jugendstrafgesetz
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Wong
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