06 JunMit Tanzkursen dem Fett zu Leibe rücken

Mit Tanzkursen dem Fett zu Leibe rücken

Seit Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) und Verbraucherminister Horst Seehofer(CSU) vor einigen Wochen dem dicken – und vor Allem dem jungen dicken – Teil der deutschen Bevölkerung mit ihrem Fünf-Punkte-Plan den Kampf angesagt haben, wird man von Gesundheits-, Ernährungs- und Bewegungstipps nur so überschwemmt.

Zum Beispiel als beilage in Zeitungen oder Magazinen kommt sie daher – die geballte Fitness. Blitzschnell räumt sie auch bei mir die letzten Fünkchen der Idee, irgendwie normalgewichtig zu sein, aus und schon bin ich panisch darauf bedacht, ein Gleichgewicht zwischen meiner Liebe zu Schokoriegeln und der "erlaubten Tagesdosis" dieser Bösewichte her zu stellen.

Warum machen wir es in Deutschland nicht einfach wie in China? Die lassen die Kirche im Dorf und setzten – kurzsichtig hin oder her – gleich im Hauruck-Verfahren bei den Kindern an.

Nachdem im vergangenen Monat Nachrichten über Pläne, nach denen junge Leute bei ihren Bewerbungen um einen der begehrten Studienplätze zusätzlich zu guten Noten auch ihre physische Fitness unter Beweis stellen sollen, die Runde gemacht hatten, rückt die Regierung nun auch in den Schulen dem Fett zu Leibe: Die Schülerinnen und Schüler sollen in den Pausen oder nach dem Unterricht Tanzkurse absolvieren, weil ein hohes Pensum an Hausaufgaben ihre körperliche Aktivität auf die Hälfte reduziert hat.

Wer dort zu fett ist, darf also nicht mehr studieren und wer zu viele Hausaufgaben hat, muss sich halt zwischendurch mal mehr bewegen. – Ist doch ganz einfach… oder etwa doch nicht?


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