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Kinderängste ernst nehmen und das Selbstbewusstsein stärken

abgelegt im Archiv Eltern am 26.05.07

Kinderängste ernst nehmen und das Selbstbewusstsein stärken
Kinder entdecken in der Welt um sie herum jeden Tag etwas Neues. Manches verstehen sie nicht gleich und erschließen es sich zu einem späteren Zeitpunkt - manch anderes kann ihnen allerdings auch Angst machen. Eltern sollten die Ängste ihrer Kinder - auch wenn sie ihnen das ein oder andere Mal banal erscheinen - nicht leichtfertig abtun, sondern darauf eingehen. So können sie ihnen dabei behilflich sein, die Ängste zu verstehen und zu überwinden.

Fürchten sich Kinder zum Beispiel vor der dunkelheit, dem Alleinsein oder vor Gespenstern, können Eltern ihre Sprösslinge durch Zuwendung und körperliche Nähe trösten und die bedrohliche Situation dadurch entschärfen.
Ich persönlich kann mich noch daran erinnern, dass ich im Alter von ungefähr sechs Jahren Angst hatte, dass ein Einbrecher kommen und mich und meinen Bruder entführen würde, wenn meine Mutter einmal Abends zu den Nachbarn gehen wollte. Sie hat uns dann mit den lustigen Worten "Dich würde bestimmt kein Einbrecher mitnehmen, weil du immer soviel redest und deinen Bruder nicht, weil er viel zu fest dafür schläft" aufgemuntert und mir dadurch meine Furcht genommen.

Haben Kinder Angst vor einer konkreten Sache wie etwa dem Nachbarshund, sollten Eltern die Konfrontation mit dem Tier nicht unnötig vermeiden. Wenn sie dem Angst einflößenden Vierbeiner beispielsweise auf der Straße begegnen, kann es das Selbstbewusstsein der Kinder stärken, wenn sie an der Hand der Eltern an ihm vorbei gehen. So begegnen sie sanft der Quelle ihrer Angst und merken langsam, dass ihnen nichts geschieht.

Angst vor einem Zahnarztbesuch können Eltern ihrem Nachwuchs zum Beispiel nehmen, indem sie den Besuch vorher spielerisch nachstellen und ihren Kindern alle voraussichtlichen Schritte im Vorfeld erklären, damit sie nicht unvorbereitet in die neue, unbekannte Situation "gestoßen" werden.

Dinge, die Kindern typischerweise Angst machen, unterscheiden sich in der Regel je nach ihrem Alter. In den ersten Lebensjahren leiden Kinder vor allem unter Verlust- und Trennungsängsten oder haben Angst vor bösen Menschen, Einbrechern oder auch Gespenstern. Danach treten Furcht vor Krankheiten oder Verletzungen sowie Ängste vor konkreten Situationen - etwa vor einer Rede in der Öffentlichkeit oder in der Schule - in den Vordergrund.


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