Jugendliche und Ihr Handy
abgelegt im Archiv Aktuell in der Presse / Diskussion , Erziehung , Jugendliche am 15.12.09

© Pink Sherbet PhotographyDie meisten Jugendlichen haben heute ein Handy. Das haben schließlich alle Kids und es ist ja auch gut, dass wir unsere Kinder dank Mobilfunktechnologie überall telefonisch erreichen können. Welche Gefahr aber auch von einem Handy ausgehen kann, ist vielen Eltern nicht bewusst. Denn neben SMS schreiben und Telefonieren werden mit dem Handy noch ganz andere Dinge getan. Eine der Gefahren sind die Porno- und Gewaltvideos, die auf den Schulhöfen kursieren. Was viele Mütter und Väter unterschätzen: so gut wie jeder Schüler über zwölf Jahren ist schon einmal mit solchen Videos in Berührung gekommen. Und die sind häufig alles andere als harmlos. Von Videos mit pornografischen Inhalten über Gewaltvideos, in denen manchmal sogar das Sterben von Menschen zu sehen ist, reichen die Inhalte der Videos, die von den Jugendlichen verbreitet und von Handy zu Handy geschickt werden. Dies erfolgt entweder per MMS oder um Kosten zu sparen über die kostenlosen Bluetooth oder Infrarot-Schnittstellen der Mobilfunkgeräte.
Was können Eltern gegen solche Videos tun?
Zunächst einmal bringt es nicht viel dem Jugendlichen das Handy wegzunehmen, denn die Porno- und Gewaltvideos wird das Kind trotzdem sehen können - notfalls eben auf dem Handy der Schulkameraden. Außerdem macht man diese Videos mit einem Verbot nur noch viel reizvoller. Wichtig ist es, das Gespräch mit dem Jugendlichen zu suchen. Fragen Sie zunächst Ihr Kind, ob es bereits problematische Bilder oder Filme gesehen hat oder davon gehört hat. Und klären Sie es dann über diese Handy-Filme auf:
Das Versenden von Gewalt- und Pornobildern an Minderjährige ist strafbar.
• Versuchen Sie ein Gefühl für die Opfer in den Gewaltvideos zu bekommen und veranschaulichen Sie Ihrem Kind, wie man sich fühlen muss, wenn man selbst Opfer einer Gewalttat wäre. Sprechen Sie darüber, dass Pornos kein reales Abbild von Sexualität zwischen zwei Menschen sind, sondern diese eine Scheinwelt darstellen, die für eine schnelle und kurze Befriedigung Einzelner produziert wurde. Diese Videos sind grausam, schrecklich und respektlos anderen Menschen gegenüber - und deshalb auch für Minderjährige verboten.
Unbefugte Video-Aufnahmen von Personen in deren höchstpersönllichen Lebensbereich unter Verletzung ihrer Intimsphäre ist strafbar.
• Das bedeutet, dass die Kids mit Ihrer Handykamera nicht jede beliebige Person einfach filmen und das Video weiterversenden dürfen. Vor allem keine intimen Videos, die einen Schulkameraden beispielsweise auf der Toilette oder unter der Dusche zeigen. Sprechen Sie darüber, wie Ihr Kind sich fühlen würde, wenn ein solch intimes Video über sie/ihn bestehen würde und von allen Mitschülern angeschaut würde. Machen Sie dem Jugendlichen klar, dass diese Videos nicht lustig sind, sondern gemein und respektlos. Deshalb ist es in Deutschland auch strafbar intime Videos von anderen Menschen zu filmen und weiterzuverbreiten.
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© Pink Sherbet Photography
Permalink: Jugendliche und Ihr Handy
Tags: Jugendliche, Handys, Jugendschutz, Porno- und Gewaltvideos
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