18 JulGroßteil der Schweizer für mehr Härte in der Erziehung

Großteil der Schweizer für mehr Härte in der Erziehung

Die Jugendgewalt ist in den letzten Wochen nicht mehr nur für deutsche Pädagogen aktuell, sondern u. a. durch die Medien auch für die allgemeine Bevölkerung zum Thema geworden. Ein Dauerbrenner ist das Thema jedoch auch in unserem Nachbarland -der Schweiz.

Einer Isopublic-Umfrage im Auftrag von "SonntagsBlick", "Le Matin Dimanche" und "Il Caffè" unter 1028 Personen zufolge findet die Mehrheit der Schweizer Bevölkerung, dass die Jugendlichen heute aggressiver sind als früher. 77,1 Prozent der Befragten sagen, dass Jugendliche heute aggressiver als noch vor 20 Jahren sind. 18,3 Prozent sehen dies nicht so.

Die Mehrheit der Befragten befürwortet eine härtere Gangart in der Erziehung mit körperlichen Strafen. Obwohl sich 30,3 Prozent gegen Methoden dieser Art aussprechen, sind für 68,1 Prozent der Schweizer Ohrfeigen oder ein "Klaps auf den Hintern" als Erziehungsmaßnahmen legitim.

Der politische Ruf nach härteren Erziehungsmassnahmen findet somit auch bei der Allgemeinheit regen Beifall. Die jüngsten Forderungen der Zürcher SP-Regierungsrätin Regine Aeppli kommen bei 80,3 Prozent der Bürger gut an. Die Politikerin sprach sich kürzlich dafür aus, Eltern von aggressiven Kindern in Erziehungskurse zu schicken.
Abgelehnt von mehr als der Hälfte der Schweizer wird dagegen der Vorschlag der Zürcher SP-Nationalrätin und Ständeratskandidatin chantal Galladé, das Jugendstrafrecht zu flexibilisieren, um auch unter 15-Jährige ins Gefängnis stecken zu können.

Wer sich zum Beispiel einmal intensiv mit Freuds Psychoanalyse beschäftigt hat, wird meiner Ansicht nach sicherlich solch Gewalt verherrlichende Erziehungsmaßnahmen verurteilen. Viel eher sollten sich alle Eltern vor der Geburt – nein besser noch vor der Planung – ihres Kindes mit vernünftigen und gesunden Erziehungspraktiken und mit der Frage, ob sie psychisch, physisch und finanziell in der Lage sind, es in vernünftiger Weise auf dem Weg ins Erwachsenenleben zu begleiten, auseinander setzen. Aus einem stailen Elternhaus erwächst nämlich mit hoher Wahrscheinlichkeit auch ein psychisch stabiles Kind, das mit Worten anstatt mit Gewalt umzugehen weiß.


One Response to “Großteil der Schweizer für mehr Härte in der Erziehung”

  1. Ingo sagt:

    Die Einstellung der Schweizer zum Thema Gewalt in der Erziehung ist erschreckend. Ich hatte unsere Nachbarn immer für fortschrittlicher gehalten, da sie uns im pflegerischen Bereich (Alten-/Krankenpflege) weit voraus sind. Ich werde mich wohl hüten, Eltern zu verurteilen denen einmalig die “Hand ausrutscht”, Schläge oder körperliche Gewalt sind jedoch keine erfolgversprechende Erziehungsmethode. Wir sollten Respekt, nicht Angst lehren, dazu gehört aber auch, dass Eltern Vorbilder sind und das geht mehr und mehr verloren. Die Aussage´, dass man physisch sowie finanziell in der Lage sein sollte Kinder zu “bewältigen” finde ich Schwachsinnig. Da momentan die finanzielle Elite dieses Landes ohnehin kein Interesse an Nachwuchs hat und die Gesunden lieber dem Vergnügen nachgehen bleibt doch alles an den Dummen, Armen und Kranken hängen.

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