
Insgesamt 50 Kilogramm Kokain im Wert von etwa 1,4 Millionen Euro hat eine Familie aus dem nordrhein-westfälischen Nörvenich im Auftrag niederländischer dealer nach Deutschland eingeschmuggelt. Bei dieser Angelegenheit kann beinahe von einem kleinen "Familienbetrieb" gesprochen werden, da die Eltern nach Angaben des Zollfahndungsamtes Essen sogar ihre drei 11- bis 17-jährigen Kinder in die "Kurierdienste der speziellen Art" einspannten.
Organisiert worden sei das Ganze von einer 51-jährigen Frau aus Bornheim bei Köln, die den Angaben Zufolge Mitte vorigen Jahres im Auftrag niederländischer Dealer einen Kurierflug nach New York ausführte. Anschließend erzählte sie der 43-Jährigen Mutter aus Nörvenich davon und warb nicht nur diese, sondern auch deren vier Jahre jüngeren Ehemann für weitere Touren an.
Die Kurierflüge gingen fortan von Düsseldorf nach New York, von New York in die Dominikanische Republik und von dort wieder nach Düsseldorf.
Wie der Zoll berichtete, endete das verbotene Treiben bereits nach einer weiteren Reise in die Dominikanische Republik im Oktober letzten Jahres. Abermals fädelte die Bornheimer Chefin alles ein, organisierte den Deal und schickte das Nörvenicher Ehepaar zur Ausführung los. Dieses Mal nahmen die Eltern auch ihre 11 und 17 Jahre alten Söhne, ihre 13 Jahre alte Tochter sowie einen Neffen mit auf den "Betriebsausflug". Einer von vier vor der Rückreise mit Kokain präparierten Koffer wurde dann den Kindern zum Transport übergeben.
Die Erwachsenen wurden nach der Reise festgenommen und es wurde Anklage gegen sie erhoben. Zwölf Kilo des Rauschgifts sowie die präparierten Koffer wurden in den Niederlanden sichergestellt. Für die von Hartz-IV lebende Familie sei der Schmuggel durchaus attraktiv gewesen, da sie nicht nur 5000 Euro pro überführtem Koffer verdienten, sondern auch noch etwas von der Welt sahen.
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